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03183 - Ballenberg - Rebbauernhaus von Richterswil, Waschhaus und Speicher von Rüschlikon

03183 - Ballenberg - Rebbauernhaus von Richterswil, Waschhaus und Speicher von Rüschlikon

  • Bestellnummer: 03182 
  • Autor: Alexandre Gisiger 
  • Sprache:  d/F
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Anzahl Bogen:   3 A4
  • Anzahl teile:         
  • Massstab:      
  • Grösse:    
Ballenberg
 
Rebbauernhaus von Richterswil, Waschhaus und Speicher von Rüschlikon
 
 

Bauernhof aus dem Gebiet des Zürichsees

Jeder Bauernbetrieb braucht eine be­stimmte Anzahl von Gebäuden, welche je nach Art des Betriebes oder der Re­gion, in welcher der Bauer lebt, verschie­den sind. Diese Zusammenhänge kom­men bei den überlieferten Bauernhöfen ebenfalls deutlich zum Ausdruck. So brauchte ein Bauer, der vorwiegend Ackerbau trieb, andere Gebäude und Einrichtungen, als etwa ein Bauer der Viehzucht, Milchwirtschaft oder gar Reb­bau betrieb. Die auf eine bestimmte Auf­gabe ausgerichteten Gebäude, wie z.B. Ställe, Stadel, Speicher, Backhaus u.dgl., nennt man Einzweckbauten; wenn sie aber unter einem Dach verschiedene Funktionen erfüllen, z.B. ein «Bauernhaus», mit Wohnung und Scheune, heis-sen sie Vielzweckbauten.

Diese Gebäude werden in den verschiedenen Regionen unseres Landes unterschiedlich gruppiert, dann spricht man von einem Hof oder Gehöft. Ausser den Gebäuden gehört zu einem Hof aber auch noch die umgebende Flur, Gärten, Acker, Wiesen, Weiden, Wald. Das ist der Hof im weiteren Sinn.

Im Freilichtmuseum ist es nur in seltenen Fällen möglich, einen vollständigen Hof mit allen Gebäuden zu überneh­men. Meistens sind bereits einzelne Bauten verschwun­den, weil sie nicht mehr gebraucht wurden. Deshalb wer­den im Museum Gebäude zu einem Hof zusammenge­stellt, die zwar aus verschiedenen Orten, jedoch aus der­selben Region stammen und mit derselben Wirtschafts­form zusammenhängen.

 

Der hier dargestellte Hof im Schweizerischen Freilicht­museum zeigt einen Betrieb aus der Region des Zürich­sees. Hier war schon seit langem besonders an den klima­tisch günstig gelegenen Hängen der Rebbau üblich. Eines­teils wurde der gewonnene Wein im eigenen Haushalt verwendet, dies besonders wenn die Qualität nicht beson­ders gut war, anderseits konnte man früher den Wein zu guten Preisen verkaufen. Weil der Rebbau am Zürichsee wichtig war, wurde hier ein Hof zusammengestellt, wel­cher insbesondere diese Zusammenhänge zeigen soll. Unser Hof besteht aus folgenden Gebäuden:

-   ein Wohnhaus von Richterswil ZH

         ein Waschhaus und Speicher von Rüschlikon ZH

-   ein Schuppen für Trester von Männedorf ZH

         eine Kelter von Schaffhausen SH

 

Das Wohnhaus von Richterswil ist im Fachwerk erbaut, einer Konstruktion, bei der ein Hauptgerüst aus waag­rechten und senkrechten Balken (Ständer) wichtig ist. Schräge Streben und waagrechte kurze Verbindungsbalken («Riegel», daher «Riegelbau») geben dem Gerüst ver­mehrten Halt. Die beim Aufbau des Gerüstes entstehen­den Öffnungen wurden ursprünglich mit Flechtwerk aus Haselruten, das beidseits mit Lehm verstrichen wurde, dem man gehacktes Stroh beigemischt hatte. Erst jetzt war eine wirkliche Wand vorhanden, welche die Bewoh­ner des Hauses vor den Einflüssen der Witterung schützte. Später wurden diese Öffnungen ausgemauert, so auch beim Haus von Richterswil.

 

Das Wohnhaus, das etwa 1760 erbaut wurde, ist ur­sprünglich ein Haus für zwei Familien mit zwei Stuben und zwei Küchen im Wohngeschoss über dem gemauer­ten Keller, während im oberen Geschoss sich weitere Kammern befanden. Diese Anordnung ist auch von aus-sen deutlich zu sehen, denn die vier aneinandergereihten Fenster der Stube wiederholen sich in jedem Hausteil. Solche aneinandergereihten Fenster sind im 18. Jahrhun­dert häufig. Sie lassen vermehrt Licht und Luft in die Stuben, in denen man häufig auch Heimindustrie aus­übte. Ausserdem zeigen sie, dass die Bewohner der Häu­ser sich Fenster mit vielen Glasscheiben leisten konnten; Glas war früher teuer und wertvoll. Daher brauchte man auch Einrichtungen um die Fenster zu schützen (gegen Stürme, Hagel usw.). Dies ist hier durch Holz-Läden erreicht, die in einem Rahmengerüst tagsüber nach oben geschoben wurden und im Bedarfsfall nach unten fielen, wenn man einen Holzstift herauszog (Fall-Läden). Be­sonders charakteristisch ist bei diesen Häusern das leicht geknickte Giebeldach. Diese Knickung gibt dem Haus ein elegantes Aussehen. Auf der Stubenseite ist das Dach von einem hübschen, mit einem kleinen Dächlein über­deckten Ausbau (Lukarne genannt) unterbrochen, durch dessen Fenster Licht in den Dachraum fällt. Der hohe Mauersockel mit seinem grossen Tor enthält einen Wein­keller mit Fässern und allerlei Geräten, die für die Bear­beitung des benachbarten Rebberges nötig sind und einen kleineren Gemüse- und Kartoffelkeller.

 

Das benachbarte, als Waschhaus und Speicher von Rüsch­likon bezeichnete, kleinere Gebäude, überdeckt von einem schön geschwungenen Walmdach, wird schon 1813 er­wähnt. Damals wurde es als Speicher benützt. Dass man seinen wertvollen Inhalt vor Dieben schützen wollte, zei­gen die schmiedeisernen Gitter an den Fenstern des Obergeschosses. Erst um 1911 wurde im Erdgeschoss eine Waschküche eingebaut. Dieses kleine Nebengebäude ist in einem einfacheren Fachwerk errichtet, was man deutlich erkennt, wenn man es mit dem Wohnhaus von Richterswil vergleicht.

Da diese Hofgruppe aus einer Region mit Rebbau stammt, ist vor dem Haus von Richterswil ein kleiner Rebberg angepflanzt. Es wird bereits 1756 erwähnt, dass damals J. Leemann ein Stück Land kaufte mit Kraut- und Baum­garten und etwas Reben. Auf diesem Land wurde an-schliessend das Haus von Richterswil erbaut. Um die Trauben auszupressen braucht man eine Kelter (Kanton Zürich als «Trotte» bezeichnet), d.h. ein Gebäude, in welchem eine geeignete Presseinrichtung vorhanden war.

Die hier vorhandene Kelter stammt aus der Nähe der Stadt Schaffhausen, von der sog. «Rhyhalde».

 

Hier besass vor mehreren hundert Jahren das Kloster Paradies Rebberge, und daher war hier schon im 15. Jahrhundert eine Kelter vorhanden, die später an private Rebbesitzer von Schaffhausen verkauft wurde. Die strenge Form der gemauerten Kelter und das gotische Bogentor deuten daraufhin, dass klösterliche Handwerker den Bau errich­teten. Im Innern steht eine grosse Baumpresse, wie man sie früher in der Nordostschwciz in fast allen Dörfern antraf. Sie diente dazu, mit ihrem grossen Gewicht (der Pressbaum ist aus Eiche) den Saft aus den Trauben zu pressen. Die im Freilichtmuseum aufgestellte Baumpres­se, deren Baum etwa 7 m lang ist, stammt von Fläsch im Kanton Graubünden und ist datiert mit der Jahrzahl 1695.

Beim Auspressen der Trauben bleiben Reste der Beeren, Kerne und Stiele zurück, welche man «Trester» nennt. Diesen Rückstand kann man verwenden, um Schnaps zu brennen. Danach wird der Trester tüchtig durchgeknetet; mittels einer metallenen Handpresse formt man kleine, konische oder stangenförmige, etwa 10 cm hohe Stümp­fe, «Trester-Stöckli», die man zum Trocknen auf ein Lat­tengerüst in einem Schuppen für Trester aufstellt. Die Tresterstöckli haben in ihrer Form eine Ähnlichkeit mit den Glarner-Schabzieger-Stöckli. Daher werden sie am Zürichsee «Zigerli» genannt, und der Schuppen heisst «Zigerli-Schopf». Wenn die Tresterstöckli vollständig aus­getrocknet sind, trägt man sie in einem Korb in die Küche und benützt sie zum Heizen des Stubenofens.

 

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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