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03179 - Château de Burgdorf

03179 - Château de Burgdorf

  • Bestellnummer: 03179 
  • Autor: Alexandre Gisiger 
  • Sprache:  d/F
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Anzahl Bogen:   3.5 A4
  • Anzahl teile:         49
 
 
Château de Burgdorf - Schloss
 
Der Reisende wird vielleicht erstaunt sein, abseits wichtiger Verkehrsknotenpunkte ein Schloss zu entdecken, das in seinen Ausmassen ebenso besticht wie durch seine Befestigungsanlagen. Es ist in der Tat nicht die bescheidene Burg eines Grundherren, sondern ein mächtiges mittelalterliches Festungswerk, das während mehr als zwei Jahrhunderten drei berühmten Herrscherfamilien, die vom 12. bis ins 14. Jahrhundert die Geschichte der Schweiz geprägt haben, als Hauptquartier gedient hat, nämlich den Zähringern, den Kybur-gern und den Habsburgern. Der Bau von Schloss Burgdorf ist kein Werk des Zufalls. Wahrscheinlich wurde um 1150 mit den Bauarbeiten begonnen, kurz nachdem Konrad von Zähringen das Rektorat von Burgund erworben hatte. Das Schloss befindet sich praktisch in der Mitte des neuen Territoriums, das sich vom Rhein bis zum Genfcrsee und von den Alpen bis zum Jura hinzog. Die zähringischen Herzöge benutzten diese starke Festung als Stützpunkt, um in der Schweiz ihre Macht zu entfalten.
 

Zwischen ihren Stützpunkten Burgdorf und Freiburg, der Vorhut ihrer zukünftigen waadtländischen Besitzungen, gab es auf der 40 km breiten Front zwischen Thun und Bargen (Aarberg) keinen einzigen befestigten Durchgang an der Aare. Auf Schloss Burgdorf entschloss sich deshalb der Herzog Berchtold V. von Zähringen im Jahre 1191, auf kaiserlichem Gebiet die Stadt Bern zu gründen. Von demselben Schloss aus. in dem er häufig residierte, hielt er die aufrührerischen Adligen der Waadt, des Wallis und des Berner Oberlands in Schach. Beim Tod des letzten Herzogs von Zähringen erbte sein Schwager. Ulrich von Kyburg, die herzoglichen Gebiete diesseits des Rheins, mit Ausnahme der kaiserlichen Städte (Bern und Solothurn), die unmittelbar dem Kaiserreich unterstellt waren. Zum einen verstanden es die Herzöge von Kyburg. durch eine glückliche Heiratspolitik sich weitreichender Besitzungen zu bemächtigen. Zum ändern versuchte Hartmann der Jüngere, von Burgdorf aus die ehrgeizigen Expansions-gelüstc der Zähringer gen Westen wiederaufzunehmen und Bern unter seine Herrschaft zu stellen. Der unerwartete Tod des Herzogs von Kyburg im Jahre 1263, dessen Nachfolge am Fehlen männlicher Nachkommen scheiterte, hinterliess das Aarebecken ohne Lehnsherrn. Dieser Verlust rief augenblicklich die besitzhungrigen Savoyarden im Westen und die machtgierigen Habsburger im Norden auf den Plan. Ein Jahr bevor Rudolf von Habsburg zum Kaiser gekrönt wurde, war er klug genug gewesen, seinen Neffen mit der kyburgisehen Erbin zu vermählen.

Wegen ihres aufwendigen Hofstaats, wegen ihrer brillanten und teuren Turniere sowie der Geldentwertung steckten die Neukyburger Herzöge bald tief in den Schulden. Sie waren gezwungen, Boden, Recht und Freiheit an die Bürger der Stadt zu verkaufen. Als Vergeltungsmassnahme gegen den Versuch des Herzogs von Kyburg, seine Staatskassen durch einen nächtlichen Handstreich gegen Solothurn wieder aufzufüllen (1382), umzingelten die mit den Waldstätten, Luzern, Zürich und Solothurn verbündeten Berner die Stadt Burgdorf. Zum ersten Mal besetzten die Verbündeten eine Stadt gemeinsam. Und zum ersten Mal werden mit Pulver und Steinkugeln geladene Kanonen gegen die Festungswerke einer Stadt gerichtet, wobei allerdings die drei einzig möglichen Schüsse pro Tag mehr Lärm als Schaden verursachen. Noch gelingt es den brennenden Pfeilen, dem Steinregen, den Mauerbrechern und den Armbrusttrupps, sich gegen die «modernen Waffen» erfolgreich zu behaupten.

Obwohl Burgdorf, das von Anfang des 13. Jahrhunderts an wie eine Enklave inmitten bernischen Gebiets lag. der Belagerung der Eidgenossen standhielt, war die Stadt gezwungen, ihre Ländereien von Burgdorf und von Thun den Bernern zu verkaufen. Damit begann eine lange Epoche des Friedens und des Wohlstands.

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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