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03181 - Château de Thoiry

03181 - Château de Thoiry

  • Bestellnummer: 03181
  • Autor: Alexandre Gisiger 
  • Sprache: d/F 
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Anzahl Bogen:   3.5 A4
  • Anzahl teile:         49
 
 
Château de Thoiry
 

Der Name Thoiry lässt uns an einen zoologischen Garten denken, in den zahlreiche Besucher kommen, um die Tierwelt der fünf Kontinente kennen /u lernen. Das afrikanische Reservat, das durch den Vizegrafen de La Panouse ausgedacht wurde, zeigt sommers und winters nicht nur Löwen in Freiheit, sondern erstmals ausserhalb ihres Stammlandes auch pflanzenfressende Tiere und Vögel aus Afrika. Thoiry ist auch eine Parkanlage, geschaffen durch einen Netten von Le Nötre, deren zwei Alleen aus mächtigen Linden heute ihre 250 Jahre alt sind.

Doch vor allem ist Thoiry ein Schloss von grosser Schönheit. Wer als Besucher sich dem Schlosse nähert durch die zentrale Allee, der ist geblendet vom Licht, das durch die Fenster des Erdgeschosses dringt. Diese Helligkeit erweckt den Eindruck, als sei der Haupttrakt eine Brücke, deren Bogen sich in den Himmel hinein öffnen. Um diese Transparenz noch vollkommener zu machen, sind die Fenster der gegenüberliegenden Front weiter vom mittleren Eingangsportal entfernt als diejenigen der Nordostfassade, aus Rücksicht auf die Breite des Schlosses.

Thoiry ist eines der seltenen Baudenkmäler, bei dem alle harmonischen Verhältnisse nach der Regel des goldenen Schnittes berechnet sind, und dessen grundlegende Daten sich von Breitengrad und Sonnenstand ableiten. So geht am Tag der Sommersonnenwende die Sonne genau in der Hauptachse des Schlosses auf und geht auch genau in dieser Hauptachse unter am Tag der Wintersonnenwende.

Die Proportion der Seitenflügel, der Fenster, der Cheminees stehen alle in Bezug auf die Länge des Schlosses in Beziehung zur Zahl 3. So beträgt die Höhe der Seitenflügel einen Drittel der Gesamtlänge des Schlosses

Raoul Morcau, Sparkassenverwalter unter Henri II, Francois II. Charles IX, Henri III und Henri IV, suchte sich eine angenehme Baulagc für die Erstellung seines dritten Schlosses. In der Nähe von Thoiry kaufte er sich einen befestigten Bauernhof, auf dessen Standort er im Jahre 1564 das heutige Schloss erbauen liess. Der Schlossherr empfing dort Sully, der verletzt worden war aus einem Hinterhalt. Der Enkel von Raoul Moreau musste nach Italien flüchten, weil er trotz dem Erlass von Richelieu in einem Duell gekämpft hatte. Er verkaufte das Schloss im Jahre l 609 an Guillaume de Marescot.

Seit jener Zeit lieferte Thoiry den Rahmen zum Leben von 14 Generationen der gleichen Familie. Die Nachkommen von Guillaume de Marescot vermachten dem Grafen und der Gräfin de La Panouse ein ausscrgewöhnlich geschichtsträchtiges Erbe. Besonders erwähnt seien unter den 20 000 Archivgegenständen die Sammlungen von Gemälden, Wandbekleidun-gen und Porzellanraritätcn, 43 handgeschriebene Briefe und hunderte von Botschaften mit der Unterschrift französischer Könige von Philippe dem Schönen über Henri IV, Louis XIII und Louis XIV bis zu Louis-Philippe. Die Vorfahren des heutigen Schloss'herrn empfingen Briefe von berühmten Persönlichkeiten wie Bossuet, Stanislas Leczinski, Eugene Süe, Marie-Louise de Savoie, Lamartine, Jean-Jacques Rousseau und Georges Sand. Chopin überreichte ihnen zwei eigenhändig geschriebene Walzerpartituren.

In Frankreich gibt es heute noch 33 Familien der Noblesse aus ursprünglich feudaler Abstammung zwischen 800 und 1100, und 120 Familien der Noblesse aus ursprünglich ritterlicher Abstammung (zwischen 1050 und 1300). Die Familie de La Panouse ist die fünfundsiebzigste nach altersmässiger Rangordnung. Sie wurde erst französisch nach dem An-schluss der Grafschaft Toulouse an das Königreich.

Das Schloss, der zoologische Garten und das afrikanische Reservat sind an allen Tagen des Jahres geöffnet. Es liegt 40 km westlich von Paris, in Richtung Dreux. Das Schloss organisiert Empfänge in den Stallungen aus dem 16. Jahrhundert, und die Vizegräfin de La Panouse stellt herrliche Konfitüren her zum Mitnehmen!

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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