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03184 - Cathedrale St-Pierre de Genève

03184 - Cathedrale St-Pierre de Genève

  • Bestellnummer: 03184
  • Autor: Alexandre Gisiger 
  • Sprache: d/F/E 
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Anzahl Bogen:   6  A4
  • Anzahl teile:         165
 
 
Cathedrale St-Pierre de Genève
 

Die christliche Gemeinde Genfs, von der man nicht genau weiss, wann sie entstanden ist, verfügte seit dem 4. Jahrhundert über eine Kirche und eine Taufkapelle; ums Jahr 400 wurde das Heiligtum zu einem bischöf­lichen Sitz erweitert: zwei Kirchen umschlossen die Taufkapelle, und das Ganze war umringt von Neben­gebäuden und vom bischöflichen Palast. In einem dieser Gebäude wurden gegen Mitte des 5. Jahrhunderts die kürzlich entdeckten prachtvollen Mosaike geschaf­fen. Nachdem zu Beginn des 6. Jahrhunderts die Alt­stadt niedergebrannt war - wahrscheinlich war das Feuer von König Gondebaud gelegt worden während den endlosen Kriegereien - restaurierte dieser gleiche König dann Genf, während sein Sohn die Nordkathe­drale wieder aufbaute. Sie wurde geweiht durch Bischof Avitus von Wien, der Erzbischof der Genfer war, wäh­renddem Sigismund an Papst Symmaque gelangte -durch Avitus - mit der Bitte um Reliquien des hl. Petrus. In der Folge gab es noch verschiedene Änderun­gen im bischöflich/kirchlichen Gebäudekomplex, u.a. die Erstellung eines Baus östlich der Taufkapelle im 6. Jh., oder der Wiederaufbau der Nordkirche im 9. Jh. Gegen das Jahr 1000 gibt es eine grundlegende Verän­derung : eine einzige Kathedrale steht nunmehr auf dem Grundstück des eines Baus östlich der Taufkapelle im 6. Jh., oder der Wiederaufbau der Nordkirche im 9. Jh. Gegen das Jahr 1000 gibt es eine grundlegende Verän­derung : eine einzige Kathedrale steht nunmehr auf dem Grundstück des bischöflich/kirchlichen Gebäude­komplexes. Dieser stattliche Bau enthält eine runde Krypta unter einem erhöhten Chor. Das Ganze ist von grossartigem Ausmass.

In der Mitte des 12. Jahrhunderts nimmt Bischof Ardu­tius de Faucigny den umfassenden Wiederaufbau seiner Kathedrale an die Hand. Das ist ein Ereignis von gröss-ter Tragweite, hat doch dieses Bauwerk bis in unsere Zeit überlebt. Die Überwachung der Arbeiten wird einer Kommission übertragen, der sog. «ceuvre de la cathedrale» unter der verantwortlichen Leitung eines Chorherren, genannt «der Arbeiter». Zum ersten Mal wird dieses Unternehmen, welches auch das für die Arbeiten notwendige Geld sammelt, im Jahre 1191 erwähnt. Ungefähr um die gleiche Zeit (1185-1195) ist der Chor fertiggestellt, und die Türme - die in der letz­ten Bauetappe entstehen - ein Jahrhundert später

(1288-1289). Zwei Jahre später, im Zuge von kriege­rischen Auseinandersetzungen zwischen den Lehns­herren der umliegenden Ländereien, werden die ober­sten Teile der Kathedrale durch eine Feuersbrunst stark beschädigt. Und in den Jahren 1334 und 1349 zerstören weitere Schadenfeuer den grossen und kleinen Kreuz­gang, die Empore, Schiff und Decke der Kathedrale. Ein neuer Wiederinstanstellungs-Abschnitt beginnt mit dem Jahre 1386 unter der bischöflichen Würde von Guillaume de Lornay, der ganz zu Beginn des 15. Jahr­hunderts seinen Höhepunkt erreicht mit der Errichtung der Begräbnis-Stiftskirche, die sich Jean de Brogny, der Kardinal von Ostie, an die Südmauer von Saint-Pierre anbauen liess; dieses Heiligtum ist bekannter unter dem Namen «chapelle des Macchabees», Makkabäerkapelle. Im Jahre 1430 kommt eine neue Katastrophe: eine furchtbare Feuersbrunst zerstört « die ganze Kirche mit Ausnahme des Turmes auf der Seeseite». Die ändern Türme (die Turmspitze, der Südturm und der Turm mit der Uhr auf der Vorderseite) sind ausdrücklich als zerstört erwähnt. Der Wiederaufbau geht gut vorwärts und ist bereits 1438 beendigt. Die Ruhepause ist kurz, denn bereits 1441 stürzt ein Teil der Nordmauer auf den Kreuzgang, und dieser Zwischenfall bedingt wie­derum Restaurationsarbeiten, die zehn Jahre dauern. Gegen 1470 wird die Bedachung der Kirche erneuert, sowie ein Türmchen erbaut zwischen den beiden Tür­men. Doch dieses Turmspitzchen lebt nicht lang: bereits zwischen 1510 und 1515 verschwindet es wieder, im Zeitpunkt, da man mit der Überholung des Süd­turmes beginnt, der jetzt das Aussehen erhält, welches er bis heute behalten hat.

 

Die Annahme der Reformation durch die Genfer im Jahre 1535 bringt gründliche Veränderungen in der Innenausstattung des Kirchenraumes. Alles bewegliche Gut, jeder Zierat wird entfernt: sowohl Altäre, Stand­bilder, Gemälde, als auch Orgel, Empore und Chor­gitter. Das Chorgestühl wird abgebrochen und, ebenso wie das der anderen Kirchen Genfs, verteilt. Die Mak­kabäerkapelle wird zum Speicher umfunktioniert. Zahl­reiche Flick- und Unterhaltsarbeiten, die sich durch den schlechten Zustand der Gebäulichkeiten aufdrängten in der Zeit des Ancien Regimes veränderten die Erschei­nung der Bauwerke eigentlich nicht gross, ausser in den folgenden speziellen Fällen: Im Innern entsteht gegen Mitte des 17. Jahrhunderts das Grab des Herzogs von Rohan - etwas ganz und gar Aussergewöhnliches in einem reformierten Gotteshaus, das sich höchstens durch die Wichtigkeit dieser Persönlichkeit rechtfertigen lässt. Sodan wird 1677 die Makkabäerkapelle zu einem Hörsaaltrakt der philosophischen Fakultät umgebaut. Ein Jahrhundert später ist dieser Umbau abgeschlossen: das Baudenkmal enthält nunmehr drei Stockwerke, wovon das unterste als Lagerraum und Werkstatt diente, die obern zwei als Hörsäle. Was die Aussenansicht betrifft, ist die hauptsächlichste Arbeit der Ersatz der alten romanischen Vorderwand durch die heute noch bestehende neuklassische Säulen­fassade, ein Werk des italienischen Architekten Bene­detto Alfieri.

 

Das 19. Jh. schliesslich war gekennzeichnet durch Gra­bungen im Kirchenschiff durch Blavignac, und dann, im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts, durch einen grossen Anlauf zu einer umfassenden Restaurierung, was sehr augenfällig wurde durch die Erhöhung des Nordturmes, den Bau des mittleren Türmleins und die Rückführung der Makkabäerkapelle zu ihrem ursprünglichen Zweck, dem Gottesdienst. Aus dieser Zeit stammt der uns bekannte Bau von Saint-Pierre; die rund um 1940 ausgeführten Restaurierungs­arbeiten an der Makkabäerkapelle haben das äussere Bild nur geringfügig verändert.

Seit dem letzten umfassenden Restaurierungsprogramm kurz vor der Jahrhundertwende wurden keine grösseren Arbeiten ausgeführt, und der ehrwürdige Bau verspürt diese Unterlassung. In Jahre 1976 haben deshalb

zunächst in der Makkabäerkapelle, und dann in der Kathedrale, Bauarbeiten eingesetzt. Gemäss den heute geltenden Vorschriften bei der Restaurierung histo­rischer Baudenkmäler müssen gründliche archäolo­gische Grabungen und zahlreiche geschichtliche For­schungen vorgenommen werden. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir die Vergangenheit besser kennen -nicht nur diejenige unserer Kathedrale, sondern auch die Vergangenheit Genfs im allgemeinen, ganz beson­ders aber - und dies dank den Archäologen - den Beginn der Christianisierung in Genf.

 

Jean-Etienne Genequand

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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