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326 - Feuerwehrauto - 1:36

326 - Feuerwehrauto - 1:36

  • Bestellnummer: 326
  • Autor: Röbi Eberhard
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Massstab: 1:36

Feuerwehrauto

Feuer - das ist eines der vier alten «Elemente», es ist zugleich Freund und Feind des Menschen. Feuer erzeugt nicht nur Wärme, Licht und Behaglichkeit; der Gebrauch von Feuer für vielfältige Zwecke unterscheidet den Menschen - unter anderem - vom Tier. Feuer fasziniert uns in jeder Form: als flackernde Kerze, als schwelende Kaminglut, als brennender Holzstoss.

Aber wehe, wenn dieses Feuer ausser Kontrolle gerät! Sei es, dass der Blitz einschlägt, sei es, dass mit Feuer unachtsam umgegangen wird, sei es gar, dass ein Brand gelegt worden ist - in jedem Fall kann das verheerende Folgen haben. Früher, als es noch kaum eine organisierte Feuerwehr gab, brannten regelmässig ganze Ortschaften ab und Waldbrände verwüsteten ganze Landstriche.

Denn zur Bekämpfung eines Schadfeuers gab es früher nur hölzerne und lederne Wassereimer. Erst im 17. Jahrhundert wurde in Nürnberg die erste leistungsfähige Feuerspritze erfunden. Den eigentlichen Durchbruch brachten aber erst die Hydranten, die um 1850 zusammen mit der allgemeinen Wasserversorgung errichtet wurden. Jetzt war es möglich, mindestens in städtischen Gebieten, von einem solchen Hydranten aus mit Schlauchleitungen fast jedes Brandobjekt zu erreichen.

Die heutigen gegen 2800 Feuerwehren in der Schweiz sind professionell organisiert; in allen grossen Städten und auf den Flughäfen existieren Berufsfeuerwehren, in grossen Industriebetrieben unterhält man Betriebsfeuerwehren. Die Aufgabe der heutigen Feuerwehren besteht dabei nicht nur im Löschen von brennenden Häusern, sie rücken auch bei Chemie- Öl- und schweren Verkehrsunfällen aus. Sie sind mit sehr leistungsfähigen Fahrzeugen ausgerüstet, die nicht nur ausschliesslich der Feuerbekämpfung dienen.

Das Originalfahrzeug, das als Grundlage für diesen Modellbogen diente, steht bei der Chemiewehr Uri im Einsatz. Es wird in der Fachsprache der Feuerwehr als «ULF» (=Univerallöschfahrzeug) bezeichnet. Verunglückt ein Tanklastwagen, ein mit Chemikalien gefüllter Güterzug oder brennt es in einer chemischen Fabrik, so rückt unter anderem dieses Fahrzeug aus.

Der Aufbau des 1,2 Millionen Schweizer Franken teuren Fahrzeuges ist ein reines Schweizer Fabrikat der Firma Vogt, der übrige Teil des Lastwagens (Kabine, Motor und Chassis) stammt von der Firma Scania, einem schwedischen Unternehmen. Beim Fahrzeug können im Bedarfsfall sämtliche 6 Räder angetrieben werden. Dieses Feuerwehrauto ist mit einem 6000-Liter-Wassertank, mit zwei 750-Liter-Tanks für verschiedenartige Schaummittel und mit umfangreichen Spezialwerkzeug ausgerüstet. Daher ist dieses Fahrzeug vielseitig einsetzbar. Interessierte Feuerwehrleute reisen aus ganz Europa an, um es zu bestaunen.

Technische Daten

Fahrzeug

Scania Typ P144 CB 6 < 6 H2

Länge

9,76 m

Breite

2,48 m

Höhe

3,12 m

Gewicht

28 500 kg

Motor

V8-Zylinder-Dieselmotor mit Direkteinspritzung

Leistung

530 PS

Hubraum

14 200 cm3

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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