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M02 - Minenschiff Königin Luise - 1:250

M02 - Minenschiff Königin Luise - 1:250

  • Bestellnummer: M01
  • Autoren: Manfred Krüger
  • Schwierigkeitsgrad: 4
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Anzahl Bogen:         12
  • Bogen Grösse:       A4
  • Anleitung:  Seiten:  28
  • Anzahl Bauteile:   556
  • Sprache: d, E
  • Massstab: ca.     1:250  
  • Länge:                37 cm
  • Breite:          
  • Höhe:           
 
 
Minenschiff Königin Luise
  •  Hochdetaillierter Kartonbausatz eines Minenschiffs von 1941
  • Länge 37cm, 1631-1902 Einzelteile
  • 12 A4 Bogen beidseitig bedruckt, 28 Seiten Bauanleitung mit Detailzeichnungen

Das Original

Die Königin Luise lief am 10. April 1934 als Baunummer 731 bei den Howaldtswerken in Hamburg vom Stapel. Benannt wurde sie nach Luise Auguste Wilhelmine Amalie von Mecklenburg-Strelitz, der Frau des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. Die Königin Luise wurde von der Hapag für den Seebäderdienst von Hamburg/Cuxhafen nach Helgoland und Sylt beschafft und versah von Mai 1934 bis Ende August 1939 ihren Dienst auf diesen Routen. Zu Kriegsbeginn wurde sie von der Kriegsmarine eingezogen und für den nahenden Kriegseinsatz umgebaut. Am 13. September 1939 stellte sie als Minenleger wieder in Dienst.

Zu Beginn der Feindseligkeiten legte sie, zusammen mit anderen ehemaligen Seebäderschiffen, Minensperren in der Nordsee, später nahm sie an der Besetzung Norwegens und Dänemarks teil. Im Zuge der Vorbereitungen für das Unternehmen "Barbarossa" verlegte Königin Luise im September 1941 in die Ostsee um den Finnischen Meerbusen zu verminen. Am 25. des Monats lief sie auf der Rückfahrt vom Legen der Juminda-Sperre in der Nähe Helsinkis auf eine sowjetische Mine und sank. 40 Menschen fanden dabei den Tod. Das Wrack wurde 1947 gehoben und abgebrochen.

Technische Daten:
Länge: 93,50 m
Breite: 12,80 m
Tiefgang: 3,60 m
Vermessung: 2399 BRT
Antrieb: 2 x 6zyl.-Zweitakt-Dieselmotoren, 2 Schrauben
Leistung: 3600 PS
Geschwindigkeit: 16 kn
Seeausdauer: 4000 sm bei 16 kn
Besatzung (als Minenschiff): 8 Offiziere, 72 Uffz. und Mannschaften

Bewaffnung:
2 x 8,8 cm Flak
1 x 3,7 cm Flak
2 x 2 cm Flak
Wasserbomben
240 Minen

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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