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00626 - Römisches Kastell

00626 - Römisches Kastell

  • Bestellnummer: 00626
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 1
  • Anzahl Bogen:  6.5
  • Massstab: 1 : 87
  • Länge  51 cm
  • Breite  44 cm
  • Höhe    09 cm

 
Römisches Kastell - Geschichte
 
Römische Militärlager (Kastelle) wurden immer nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Wenn die Truppen unterwegs waren, lebten sie in Marschlagern, die während eines Feldzugs jederzeit aufgebaut und wieder abgebrochen werden konnten. In besetzten Gebieten wurden Standlager errichtet, um die Grenzen des römischen Reichs zu sichern. In den Standlagern wurden die Zelte durch Gebäude aus Holz oder Stein ersetzt. Die Standlager waren in der Regel rechteckig und wurden von einem Graben und einer Außenmauer mit anschließendem Erdwall begrenzt. Dies hatte den Vorteil, dass bei einem Angriff von außen die römischen Soldaten schnell an jede Stelle der Befestigung kommen konnten, um das Lager nach allen Seiten hin verteidigen zu können. In einigen Fällen waren die Mauern innen mit Erde gefüllt und oben mit Holzbrettern ausgelegt. Das Schreiber-Modell orientiert sich an einem Kleinkastell, zu dem eine Kaserne und ein Vorrats- und Wirtschaftsgebäude gehören. Kleinkastelle waren für Hilfstruppen bestimmt. In den großen Kastellen am Limes waren in der Regel Hilfstruppen (500 Auxiliarsoldaten) untergebracht. Im Lager befanden sich das Haus des Befehlshabers, die Offiziersunterkünfte und die Kasernen der Soldaten. Zusammen mit Straßen und der Principia (Verwaltungsbau) in der Mitte bildeten sie schon eine kleine Stadt.
In großen Standlagern gab es neben einem Lazarett und einem Gefängnis auch Speicher, Ställe und Werkstätten. Denn die Soldaten waren darauf angewiesen, für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Um die Lager herum bauten sie Brunnen, Wasserleitungen und Straßen. In der Nähe der Lager siedelten sich Händler und Handwerker an, um mit den Römern ins Geschäft zu kommen. Die Soldaten wurden außerdem von umliegenden Gutshöfen mit Lebensmitteln versorgt.
Viele historische Städte entstanden durch Standlager und die umliegenden Siedlungen oder als römische Stadtgründung, vor allem im rheinischen und süddeutschen Raum. Dort verlief der Limes, die römisch-germanische Grenze. Berühmte Beispiele sind die Städte Xanten, Köln, Bonn, Koblenz, Worms, Speyer, Trier, Mainz, Heidelberg und Regensburg.
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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