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606 - Lern-Puzzle Schweizer Kantone

606 - Lern-Puzzle Schweizer Kantone

  • Bestellnummer: 606
  • Autor: Rolf A. Müller
  • Schwierigkeitsgrad: ab 6 J.
  • Selbständige Einzelteile:
  • Sprache: d
  • Massstab:  n/a
 
Lern-Puzzle Schweizer Kantone
Ein Puzzle mit den Kantonen der Schweiz als Sujet und vielen interessanten Informationen
 

• Auf der Rückseite dieses Blattes findest du eine grosse Tabelle mit vielen Daten zu den Kantonen der Schweiz. Es lohnt sich, diese gut anzuschauen!

 • Die Schweiz besteht aus 26 Kantonen, die sich sehr unterscheiden. Sie sind unterschiedlich alt (die sogenannten Urkantone sind weit über 700 Jahre alt; der jüngste, der Kanton Jura, existiert erst seit 1979), sie sind verschieden gross (Graubünden ist 192-mal so gross wie Basel-Stadt) und zeigen grosse Unterschiede in der Einwohnerzahl (der Kanton Zürich hat mit seinen fast 1,4 Millionen Einwohnern 88-mal mehr als Appenzell Innerrhoden).

 • Auch die Entstehung der Kantone ist sehr vielfältig. Einige unter ihnen wie z.B. Zürich, Bern und Basel waren ursprünglich nicht anderes als Herrschaftsgebiete einer mächtigen Stadt. Bei anderen wie etwa den Urkantonen Uri, Schwyz und Unterwalden geht es häufig um ehemaligen Klosterbesitz oder um Reichsvogteigebiete, die sich nach und nach selbstständig machen konnten. Wieder andere wie die Kantone Aargau, St. Gallen, Tessin, Thurgau und Waadt waren teilweise ehemalige Untertanengebiete anderer Kantone, die nach dem Einmarsch Napoleons 1798 ihre Unabhängigkeit erlangen konnten.

 • Napoleon, der die Bildung neuer Kantone verfügte, ist also einer der "Gründerväter" der modernen Schweiz. Allerdings hatte nicht alles Bestand, was er angeordnet hatte. Die von ihm "erfundenen" Kantone Säntis, Linth, Waldstätte, Oberland usw. wurden wenige Jahre nach ihrer Gründung wieder abgeschafft.

 • Vor der Gründung des Schweizerischen Bundesstaates im Jahr 1848 waren die Kantone sehr selbstständig. Sie waren praktisch eigene kleine Länder. Manche von ihnen hatten zum Beispiel eigene Masseinheiten (Berner Fuss, Luzerner Elle usw.), eigene Münzen (Batzen, Kreuzer, Pfennig, Schilling, Taler usw.), später auch eigene Briefmarken (Basler Taube, Doppelgenf, Zürich Vier usw.). Sie hatten eigene Gesetze, erhoben Zölle, konnten sich untereinander verbünden und eigene Truppen unterhalten. Sie führten auch Krieg gegeneinander; der letzte dieser Kriege war der Sonderbundskrieg von 1847.

 • Die Schweiz, so wie wir sie kennen, gibt es eigentlich erst seit 1848. Damals wurde aus dem bunten Wirrwarr der Kantone, die einen losen Staatenbund bildeten, ein Bundesstaat, die Schweizerische Eidgenossenschaft, mit einer Verfassung und allgemein verbindlichen Gesetzbüchern. Es gab nun eine Bundeshauptstadt (Bern), eine einzige Währung (der Schweizer Franken) mit einer Nationalbank, einheitliche Masse und Gewichte, eine schweizerische Post, eine schweizerische Armee und anderes mehr.

Die Kantone wurden aber keineswegs völlig entmachtet. Ähnlich wie die amerikanischen Bundesstaaten können sie noch in etlichen Bereichen (wie zum Beispiel im Schulwesen) ziemlich frei regieren und auf ihre Traditionen Rücksicht nehmen.

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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