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00570 - Luftschiff Hindenburg D-LZ 129

00570 - Luftschiff Hindenburg D-LZ 129

  • Bestellnummer: 00570
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 3
  • Anzahl Bogen:  14
  • Massstab: 1 : 200
  • Länge  124 cm
  • Breite    22 cm
  • Höhe      23 cm

Am 2. Juli 2000 war es hundert Jahre her, dass das erste starre Luftschiff aufsteigen konnte. Graf Zeppelin hatte sich seit 1873 damit beschäftigt und konnte dann den LZ 1 bauen, der von einem schwimmenden Floß auf dem Bodensee startete. 128 m lang war der LZ 1 und erreichte mit insgesamt 30 PS 32 km/h. In den zwanziger Jahren war der LZ 129 Hindenburg bei 245 m Länge und 5.280 PS 125 km/h schnell. Die Spitze stellt im Original wie im Modell der LZ 129 Hindenburg dar, bei dem auch die Inneneinrichtung der Kabine gebaut werden kann. Konzertflügel inklusive.
 
Luftschiff Hindenburg D-LZ 129 - Geschichte
 
Im Herbst 1931 begann die Luftschiffbau-Zeppelin-Gesellschaft mit dem Bau des Luftschiffs LZ 129, das den Namen Hindenburg erhielt, zu Ehren des deutschen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg. Der „Hindenburg” sollte das Luftschiff „Graf Zeppelin” entlasten, das den Passagier- und Frachtverkehr nicht mehr allein bewältigen konnte. Nach vierjähriger Bauzeit war der LZ 129 fertiggestellt und machte im März 1936 seine erste Werkstattfahrt über den Bodensee. Der „Hindenburg” war das größte Luftschiff, das jemals gebaut wurde und stellte eine erhebliche Weiterentwicklung im deutschen Luftschiffbau dar. Mit einer Länge von 245 Meter war er nur 8,4 Meter länger als der „Graf Zeppelin”, mit dem Rumpfdurchmesser von 41,2 Meter und rund 200 000 Kubikmeter enthielt er jedoch fast die doppelte Gasmenge des älteren Schiffs. Statt mit dem feuergefährlichen Wasserstoffgas sollte der LZ 129 mit dem unbrennbaren, sehr kostspieligen Helium gefüllt werden, das in größeren Mengen nur von den USA erhältlich war. Aus politischen Gründen lehnten die USA eine Lieferung des Gases jedoch ab. Hitler war zu mächtig geworden, und man befürchtete zu jener Zeit schon einen europäischen Krieg. Der Hindenburg wurde in erster Linie als Passagierschiff zur Atlantiküberquerung nach Nordamerika eingesetzt. Eine Reise in dem ruhig dahingleitenden Giganten von Deutschland nach USA dauerte ca. 65 Stunden, die Rückfahrt rund 52 Stunden. Die Kapazitäten des Schiffes reichten für 50 Passagiere, die eine Fahrt in vollendetem Luxus erlebten. Die Gästekabinen waren bequem, funktionsgerecht und ruhig. Gesellschaftsraum, Schreibzimmer, Speisesaal, Wandelgang mit Aussichtsfenstern und Rauchersalon waren so komfortabel ausgestattet wie in keinem anderen Luftfahrzeug. Die Besatzung des „Hindenburg” bestand aus 50 bis 60 Mann, von denen 10 bis 15 für das leibliche Wohl der Passagiere sorgten. Der „Hindenburg” wurde insgesamt für 63 Fahrten eingesetzt. Am 6. Mai 1937 kam es auf dem Flughafen von Lakehurst zur Katastrophe. Kurz vor der Landung, die wegen ungünstiger Witterung mehrmals verschoben werden musste, fing das Luftschiff Feuer und brannte innerhalb von nur 32 Sekunden völlig aus. Die traurige Bilanz des Unglücks waren 36 Tote -13 Fahrgäste, 22 Mann der Besatzung und ein Mitglied des Bodenpersonals. Der Fahrbetrieb des „Graf Zeppelin” wurde nach diesem Unglück ebenfalls eingestellt; das Ende der deutschen Luftschifffahrt war eingeläutet.
 
 
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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