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00567 - Luftschiff LZ 45 - L13

00567 - Luftschiff LZ 45 - L13

  • Bestellnummer: 00567
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 2
  • Anzahl Bogen:  5.5
  • Massstab: 1 : 200
  • Länge   82 cm
  • Breite   09 cm
  • Höhe     13 cm

 
Luftschiff LZ 45 (L13) - Geschichte
 
Am 23. Juli 1915 fand in Friedrichshafen unter dem bekannten Kapitänleutnant Mathy die erste Fahrt des neuen Luftschiffs LZ 45 (L 13) statt. Luftschiffbau-Zeppelin Friedrichshafen war die Lieferfirma, und laut Rechnung vom 26. August 1915 betrug der Preis 1.339.090 Mark. Dieses für die Marine bestimmte Luftschiff hatte eine Länge von 163,5 m, einen Durchmesser von 18,7 m, ein Leergewicht von 21,8 t und 4 Motoren mit je 210 PS Leistung. Seine Standorte waren Hage und Wittmundhaven in Ostfriesland. Mit seinen 159 Angriffs-, Aufklärungs- und Sicherungsfahrten und insgesamt 69.000 km war L 13 zweifellos ein besonders erfolgreiches Luftschiff, auch wenn es schon nach zwei Jahren als veraltet gelten mußte und am 11. Dezember 1917 außer Dienst gestellt und abgewrackt wurde. So schnell war der technische Wandel. Aufsehenerregend waren vor allem zwei Fahrten in Folge. Am 8./9. September 1915 griff L 13 London an und verursachte in der englischen Hauptstadt beträchtliche Schäden. Als das Luftschiff schon am 13. September wieder Richtung London fuhr, war es erst durch Wolken und Nebel stark behindert. Dann traf ein Schuss der Artillerie. Zum Glück geriet es nicht in Brand. Doch nur durch den Abwurf von Bomben, Inventar und Treibstoff gelang es, sicher zurückzukehren. Das Luftschiff LZ 45 (L 13) gehört zum Bautyp „p” (LZ 38, 40-58, 60, 63, darunter neben den Heeresluftschiffen die Marineluftschiffe L 10-19, 25). In diesem Bogen sind auf zusätzlichen Bauteilen auch die Kennungen der Luftschiffe L 10-12, 14-19 enthalten. Dadurch ist es möglich, alternativ zum Grundmodell L 13 weitere Luftschiffe des Bautyps „p” zu bauen oder sich sogar eine ganze Flotte dieser baugleichen Luftschiffe zusammenzustellen. So fand z.B. im Sommer 1915 eine Geschwaderfahrt mit den Luftschiffen L 10, L 11, L 12 und L 13 zur Sicherung eines Flottenverbandes in der Nordsee statt. Oder am 1. Juni 1916, am Tag der großen Seeschlacht, fuhren mehrere Luftschiffe in Richtung Skagerrak, darunter L 11, L 13, L 14 und L 17. So eine gemeinsame Fahrt nachzubauen wäre reizvoll und durchaus realistisch. Dem Bogen ist auch das Modell eines „Spähkorbs” beigegeben. Mit solchen Spähkörben ausgerüstet, konnten die Luftschiffe unbemerkt von der feindlichen Abwehr über oder in den Wolken fliegen. Der Spähkorb wurde an einem langen Stahlseil bis unter die Wolkendecke abgelassen. Über eine Telefonverbindung konnten Informationen zur Kommandogondel weitergegeben werden. Ob Luftschiffe der Baureihe „p” tatsächlich mit so einem Spähkorb ausgerüstet waren, ist heute nicht mehr sicher festzustellen. Er war aber zu ihrer Zeit in Gebrauch, und zumindest im ursprünglichen Bauplan des L 13 war ein Aluminium-Spähkorb vorgesehen. Wer mag, kann zum Vergleich mit dem Luftschiff auch ein kleines englisches Flugzeug aus derselben Zeit bauen. Die Sopwith 1 1/2-Strutter im gleichen Maßstab 1:200 zeigt erst recht die eindrucksvolle Größe der Luftschiffe. Spannend und eindrucksvoll dokumentiert ist die Geschichte der Luftschiffe im Zeppelin Museum Friedrichshafen. Attraktiv aufbereitet kann hier die weltweit größte Sammlung zu diesem Thema besichtigt werden. Höhepunkt in der Erlebnisreise durch diese Zeit ist die Rekonstruktion eines 33 m langen Teils des legendären LZ 129 Hindenburg. Durch ein Fallreep kommen Sie an Bord und können so das Innere besichtigen und das Gefühl einer Luftschiff-Fahrt nachempfinden. Führungen durch das Museum, individuell abgestimmt auf jede Altersgruppe, sind möglich. Es ist aber empfehlenswert, sich schriftlich anzumelden:
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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