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00742 - Hildesheimer Dom

00742 - Hildesheimer Dom

  • Bestellnummer: 00742
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile:
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 2
  • Anzahl Bogen:
  • Massstab: 1 : 300
  • Länge: 51 cm
  • Breite: 30 cm
  • Höhe:   15 cm

 
Hildesheimer Dom

Der Mariendom in Hildesheim
Am Standort einer Marienkapelle von 815 ließ Bischof Altfrid im Jahr 872 den Mariendom in Hildesheim als dreischiffige Basilika bauen. Unter den nachfolgenden Bischöfen wurde der Dombau ständig erweitert. 1046 zerstörte ein Brand große Teile des Doms. Der damalige Bischof Azelin plante etwas weiter westlich einen Neubau und ließ die Mauern des alten Doms abtragen. Nach Azelins Tod wurde dieser Dombau wegen Baumängeln aufgegeben und das fertige Querschiff vom neuen Bischof Hezilo als Bischofssitz genutzt. Hezilo ließ den Neubau auf dem Grundriss des ersten Doms errichten. Die noch vorhandenen Mauern wurden in den Bau integriert. Im 12. und 13. Jahrhundert gab es einige Anbauten. Die Seitenkapellen aus gotischer Zeit und ein barocker Vierungsturm wurden später ergänzt. Das Westwerk ersetzte man im 19. Jahrhundert durch eine neuromanische Doppelturmfront. Sie bestand bis 1945.

 
Nach starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg begann ab 1950 der Wiederaufbau. Dabei wählte man eine vereinfachte, an der frühen Romanik angelehnte Bauweise. Die Türme aus dem 19. Jahrhundert wurden abgetragen und das frühere Westwerk rekonstruiert. Dabei orientierte man sich am Westwerk des Doms zu Minden in Westfalen, der allerdings ebenfalls zerstört war. Der Aufbau war nur mit einfachen Mitteln möglich. Weil Sandsteinplatten knapp waren, legte man den Fußboden mit Marmor aus. Das Niveau des Fußbodens wurde dabei um 60 cm erhöht. Säulen und Decken wurden aus Beton gegossen. Die Mauern baute man aus Hohlziegeln und Kalksandstein, verputzte sie innen und verblendete sie außen mit Naturstein.
 
1985 nahm die UNESCO den Dom, den Domschatz und die benachbarte Michaeliskirche in die Welterbeliste auf. Das ist vor allem der Ausstattung zu verdanken, die einen umfassenden Eindruck von der Einrichtung romanischer Kirchen vermittelt. Viele Ausstattungsgegenstände gehen auf die Amtszeit von Bischof Bernward zurück. Nach ihm wurde eine große Kunstepoche, die Bernwardinische Zeit, benannt. Neben vielen weiteren Kunstwerken ließ er die Christussäule und die Bernwardtür schaffen, die Szenen aus dem Leben Jesu zeigen. Im zweiten Dombau kamen Kunstschätze wie der Azelinleuchter und der Heziloleuchter hinzu, die das himmlische Jerusalem darstellen. Bei Ausgrabungen erwies sich der Dom als wahre Fundgrube. Neben dem Fundament der ersten Marienkapelle und Resten der karolingischen Wehrmauer stieß man auf Gräber, Stoffreste, Schuhe, Schreibgeräte und Fußbodenverzierungen aus dem Mittelalter. Außerdem wurde neben dem Dom eine Glockengussanlage aus dem 18. Jahrhundert entdeckt. Scherben aus der römischen Eisenzeit beweisen die frühe Besiedlung des Domviertels.
 
Von 2010 bis 2014 wurde der Dom saniert, vor allem um Gebäudetechnik, Brandschutz und Akustik zu verbessern. Das Niveau des Fußbodens wurde abgesenkt und damit der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt. Die nach dem Krieg eingebaute Orgelempore wich einer frei tragenden Konstruktion. Der Kirchenraum erhielt einen hellen Anstrich und eine flexible Bestuhlung. Er wurde auch zeitgemäßer aufgeteilt, um besser auf veränderte Gottesdienstformen eingehen zu können. Die beiden Radleuchter erhielten ihre ursprünglichen Plätze im Altarraum und im Langhaus zurück. Die Bernwardtür wurde etwas nach innen versetzt, an ihren ursprünglichen Aufstellungsort. Dadurch entstand im Dom ein kleiner Vorraum. Die Antoniuskirche im Kreuzgang des Doms beherbergt jetzt das Dommuseum, damit die Sammlung des Museums besser zur Geltung kommt. Die früheren Bischöfe, deren Gräber bisher im Kirchenraum verteilt waren, erhielten eine eigene Bischofsgruft. In der Domschule, die sich auf der nördlichen Seite des doppelstöckigen Kreuzgangs befindet, wurde ein neues Foyer, das zum Dommuseum und zum Rosenstock führt, eingebaut.
 
Eine Besonderheit des Hildesheimer Doms ist der sogenannte „Tausendjährige Rosenstock“. Diese Wildrose wächst im Innenhof des Kreuzgangs, dem sogenannten Annenfriedhof, an der Apsis und gilt als älteste lebende Rose weltweit. Der Legende nach stammt sie aus dem Jahr 815, dem Gründungsjahr des Bistums Hildesheim. Nach einer Messe mitten im Wald soll die mitgebrachte Marien-Reliquie an einem Rosenzweig hängen geblieben sein. Der Kaiser wertete das als Zeichen für die Gründung eines neuen Bistums. Er ließ an dieser Stelle die Marienkapelle errichten, einen Vorgängerbau des heutigen Doms. Für Hildesheim hat die Rose bis heute eine symbolische Bedeutung. Bei der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg verbrannte die Rose, die Wurzeln blieben jedoch gut erhalten. Schon zwei Monate nach dem Krieg trieben die ersten Blüten wieder aus. Die Hildesheimer Bevölkerung nahm dies als Zeichen der Hoffnung und des Neuanfangs wahr. Die Rose ist auch Wahrzeichen der Stadt und ziert das Stadtwappen.
 
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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