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00753 - Marksburg - 1:160

00753 - Marksburg - 1:160

  • Bestellnummer: 00753
  • Autor:
  • Schwierigkeitsgrad: 2
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Anzahl Bogen:   13.5
  • Sprache: d
  • Massstab:   1 : 160
  • Länge 44 cm
  • Breite 30 cm
  • Höhe  35 cm

Marksburg

Im weltberühmten Mittelrheintal gibt es noch heute über 40 Burgen, die gut erhalten sind, meist aber nach ihrer Zerstörung wieder aufgebaut wurden. Auf einem Felsen über der kleinen Stadt Braubach im Rhein-Lahn-Kreis steht die Marksburg. Der dreieckige Grundriss der Kernburg ist charakteristisch für die Stauferzeit. Spätere Anbauten reihen sich entsprechend der Felsform rund um die Burg. Die Marksburg wurde bis auf einige Schäden durch Beschuss im Zweiten Weltkrieg nie zerstört und gilt deshalb als eine der am besten erhaltenen Burgen des Mittelalters.
Die zunächst als „Burg Braubach“ bekannte Burg wurde aus einem nicht ganz so hohen Turm wie heute, einem Wohnbau und einer Ringmauer gebildet. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde die Burg in der heute noch gut erkennbaren Form erbaut und war zuerst im Besitz der Herren von Eppstein, einer der einflussreichsten Adelsfamilien im Hohen Mittelalter. Von 1283 bis 1479 war sie im Besitz der Grafen von Katzenelnbogen, einer ebenfalls mächtigen Familie des Spätmittelalters. Aus dieser Zeit stammen die gotischen Gebäude auf der Burg, die auch heute noch das Erscheinungsbild bestimmen. Danach ging sie durch Vererbung an die Landgrafen von Hessen, wurde zu einer Festung ausgebaut und später stark vernachlässigt. Landgraf Philipp II. von Hessen-Rheinfels ließ unterhalb der Marksburg das Schloss Philippsburg bauen und nutzte dieses als Witwenresidenz. Zur Zeit Napoleons gehörte die Marksburg zum Herzogtum Nassau und diente als Staatsgefängnis und Invalidenunterkunft. 1866 wurde die stark renovierungsbedürftige Burg von Preußen übernommen.
Eine Sage berichtet, dass es bereits zur Zeit der Eppsteiner zur Umbenennung der Burg Braubach in „Markusburg“ kam. Der Wahrheitsgehalt ist aber anzuzweifeln, da der neue Name der Burg erstmals 1574 urkundlich erwähnt wurde. Der Name „St. Markusburg“, der später zu „Marksburg“ verkürzt wurde, geht vermutlich auf den Schutzpatron der in der Burg befindlichen Kapelle zurück.
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Marksburg Eigentum und Sitz der Deutschen Burgenvereinigung. Ab 1987 wurde sie umfassend restauriert. Das düster wirkende Mauerwerk wurde neu verputzt und erhielt an Teilen der Fassade eine am Original orientierte Farbgebung. Dadurch wurde nicht nur das Aussehen der Burg um 1600 wiederhergestellt. Der neue Putz soll wie früher das brüchig gewordene Mauerwerk vor Wettereinflüssen schützen. Heute ist die Marksburg ein stark besuchtes Ausflugsziel, auch für ausländische Touristen. Bereits zweimal, in den Jahren 1977 und 2015, gab die deutsche Post eine Briefmarke mit dem Motiv der Marksburg heraus.
In Japan wurde sogar eine originalgetreue Nachbildung der Marksburg errichtet. Auf der Pazifikinsel Miyako, wo im 19. Jahrhundert Deutsche nach einem Schiffbruch gerettet wurden, gibt es eine Art Vergnügungspark, in dem Fachwerkhäuser, ein Herrenhaus und die Burg den Touristen ein Bild vom „typischen“ Deutschland vermitteln sollen. Die Kernburg der Marksburg wurde mit Unterstützung der Deutschen Burgenvereinigung im Maßstab 1:1 nachgebaut und beherbergt ein Museum.
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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